Krankenhäuser im Dialog - der gesundheitspolitische Podcast der Deutschen Krankenhausgesellschaft

Krankenhäuser im Dialog - der gesundheitspolitische Podcast der Deutschen Krankenhausgesellschaft

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00:00:05: Herzlich

00:00:20: willkommen zu unserer neuen Podcast-Ausgabe.

00:00:24: Mein Name ist Gerald Gass, ich bin der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft Und heute habe ich Herrn Dr.

00:00:31: Jakob Florak zu Gast, Herr Florak ist Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendpsychiatrie am St.

00:00:38: Josephs Krankenhaus hier in Berlin.

00:00:41: verantwortlich für viele Themen, bekannt in der Öffentlichkeit und als besondere Spezialität.

00:00:50: Hat er eine Sprechstunde für Medienabhängige Jugendliche eingerichtet und auch dazu ein Behandlungskonzept entwickelt?

00:00:57: Das Thema Mediensucht soll heute auch im Mittelpunkt unseres Gesprächs stehen.

00:01:01: Herzlich willkommen Herr Flurrack!

00:01:04: Ja schön dass ich da sein darf.

00:01:05: danke für die Einladung.

00:01:07: Ja, ich freue mich auf das Gespräch.

00:01:09: Ich war in meiner Vergangenheit ja auch mal sozusagen in der Psychiatrie beschäftigt – den Anführungszeichen als Geschäftsführer eines psychiatrischen Trägers, der neben Erwachsenen- und Kinder- und Jugendpsychiatrie in seinem Portfolio hatte.

00:01:24: Von daher ist mir das Thema gar nicht so fremd.

00:01:27: Aber für unsere Zuhörerinnen und Zuhöhrer ist es natürlich wichtig, dass wir sie erst mal ein bisschen vorstellen.

00:01:34: Und das machen Sie am besten selbst!

00:01:36: Sie können sich am Besten vorstellen.

00:01:38: was hat sie zur Psychiatrie gebracht?

00:01:40: Zur Kinder- und Jugendpsychiatrie?

00:01:42: Was hat sie zu diesem Schwerpunkt gebracht?

00:01:45: Wie ist der Alltag sozusagen Ihrer Arbeit am St.

00:01:49: Josephs Krankenhaus hier in Berlin?

00:01:51: Ja, das mache ich sehr gerne.

00:01:52: Ich bin gebürtiger Berliner und habe es nur einmal aus Berlin raus geschafft zum Studium.

00:01:56: Bin nach Göttingen gegangen und habe da fünf Jahre verbracht und dann aber wieder zurück nach Berlin gekommen Und wollte eigentlich Kinderarzt werden und habe dann festgestellt in meinem praktischen Jahr, dass man als Kinderarz doch relativ wenig Zeit direkt mit dem einzelnen Kind verbringt.

00:02:12: Immer nur sehr kurze Episoden hat und das was mich eigentlich daran gereizt hat nämlich in Kontakt mit Familien zu gehen den Kindern jünglichen Hilfe anzubieten auch Beziehungen anzubießen.

00:02:22: Da hab ich gemerkt, dass sich das in der Kinderkondition nicht finden würde guten Freund, Bekannten der damals im Sankt Josef Krankenhaus als Oberarzt gearbeitet hat.

00:02:31: Die Empfehlung bekommen mir die Kinder und Jugendpsychiatrien doch mal anzugucken.

00:02:35: Dann bin ich aber nicht direkt in Sankts Josef-Kranken ausgelandet sondern ebenfalls in Berlin im Vivantes Klinikum in Friedesheim wo ich ausgebildet worden bin.

00:02:42: Und da kommt jetzt schon der erste Bogen der gespannt werden kann.

00:02:45: zu Social Media nämlich habe relativ früh in meiner Zeit als Arzt in Weiterbildung festgestellt, dass das Thema digitale Medien für Kinder und Jugendliche eine sehr große Rolle spielt.

00:02:57: In der Lebenswirklichkeit im Alltag und aber in der Psychiatrie, einer Kinder- und Jugendpsychiatrie die sich ansonsten mühe gibt alle Lebensbereiche ausreichend zu betrachten, sich mit schulischen Dingen auseinandersetzen, Familienproblem auseinander setzen diesen digitalen Raum weitgehend ausgespart hat.

00:03:13: zumindest war das meine Beobachtung.

00:03:16: das zu verändern habe ich.

00:03:19: würde ich aus heutiger Sicht sagen, ein bisschen mutig mit einem Kollegen zusammengesagt.

00:03:23: Wir gründen jetzt einfach eine Sprechstunde für Videospiel und Internetabhängigkeit.

00:03:26: wir machen einen Flyer und gucken was dann passiert weil es damals auch wenig Vorbilder gab.

00:03:30: das war Zwei-Tausendfünfzehn.

00:03:32: da gab's einfach für den Kinder- und Jugendbereich keine solche Angebote die mir zu dem Zeitpunkt bekannt waren.

00:03:37: und dann haben wir angefangen uns mit diesem Thema intensiv auseinanderzusetzen und haben das als sehr fruchtbar entfunden und festgestellt.

00:03:44: wenn wir uns diesen Thema digitaler Mediennutzung mit Kindern und Jugendlichen nähern erfahren wir ganz viel, was wir nicht nur für diesen spezifischen Bereich.

00:03:52: Wir wollen eine Abhängigkeitserkrankung behandeln, sondern auch für die übrige Behandlung und für die Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen nutzen

00:04:01: konnten.".

00:04:02: Bevor wir da noch tiefer einsteigen, was wir auf jeden Fall gleich machen wollen will ich den Bogen der Kinder- und Jugendpsychiatrie nochmal ein bisschen weiter spannen.

00:04:12: für einen Moment.

00:04:13: Man liest ja seit Jahren immer wieder in den Medien das psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen tendenziell zunehmen.

00:04:23: Das ist ja wahrscheinlich nicht nur bezogen auf das Thema Mediensucht mag aber vielleicht doch eine ganz besondere Rolle spielen.

00:04:29: Aber zunächst mal die Frage an Sie Erleben Sie, dass hier in Ihrer Tätigkeit auch gibt es mehr Betroffenheit?

00:04:36: Eine größere Betroffenkeit oder ist es vielleicht so, dass man mittlerweile eine höhere Aufmerksamkeit auf Auffälligkeiten hat und die dann auch entsprechend möglicherweise diagnostiziert werden.

00:04:49: Was früher so nicht der Fall war.

00:04:50: also wie ordnen sie diese Meldungen ein?

00:04:55: immer mehr Kinder- und Jugendliche erkranken an psychischen Leiden oder sind in bestimmter Weise betroffen.

00:05:03: Wie ordnen Sie das ein?

00:05:05: Ich denke, dass es eine Mischung aus beiden ist.

00:05:08: Was Sie gerade als Hypothesin in Raum gestellt haben, der größeren Awareness Aufmerksamkeit im Thema gegenüber aber eben auch einer tatsächlich höheren Betroffenheit und ich glaube beide Aspekte sind von unterschiedlichen Seiten zu beleuchten und haben Vor- und Nachteile also die erhöhte Aufmerksamkeit erst mal sofern was Positives als das psychische Erkrankungen zumindest meinen Leben nach insbesondere bei jüngeren Menschen weniger stigmatisiert waren, sind als sie es noch zu zum Beispiel meiner Jugendzeit in den Achtziger-Ninzigerjahren waren.

00:05:38: Und da dem so ist, ist es verständlich dass ich mehr Kinder und Jugendliche auch damit beschäftigt könnte eine psychische Erkrankung haben die Eltern sich damit mehr beschäftigen.

00:05:48: der Nachteil den ich in dieser auf diese Weise sehe ist das sich Menschen Hilfsangebote suchen die das früher vielleicht nicht getan hätten bei leichtgradigem psychischen Erkankungen und damit eben auch ein höherer Versorgungsdruck auf dieses Thema besteht.

00:06:03: Und dann insbesondere diejenigen Familien, die einen schlechteren Zugang ohnehin immer schon gehabt haben.

00:06:09: Die nicht wissen was ein Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst ist, die nicht wissen, was die KV ist.

00:06:15: Die werden sehr größere Schwierigkeiten als bisher haben in das Versorgungssystem zu gelangen.

00:06:21: Das sehen wir natürlich insbesondere aus Sicht der Kliniken weil dann die Schwerst betroffenen, die lange Zeit auch nicht oder unzureichend behandelt worden sind und bei den chronischen und prokrediente Verläufe zu beachten.

00:06:33: Die landen insbesondere bei uns in den Kindern- und Jugendpsychiatrischen Kliniken.

00:06:38: Und das wissen Sie, als in der Psychiatrie jemals tätiger Mensch wahrscheinlich auch diejenigen, die schon eine chronische Erkrankung hinter sich haben oder einen chronischen Verlauf hinter sich sind umso schwerer dann wieder zu behandeln, kurativ zu behandlen so dass ne vollständige Rehabilitation möglich ist.

00:06:56: Es gibt auch die Hypothese.

00:06:57: Ich bleibe noch mal ein bisschen bei der Frage, was sind da auch Verursachen?

00:07:01: Sie haben ein wichtiges Thema angesprochen nämlich das Verhältnis zu den schweren zum Teil dann auch chronischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen und denen Erkränkung wo man sagt okay dass es sind zwar auch Auffälligkeiten aber da hätte man in der Vergangenheit vielleicht nicht gleich mit professioneller Hilfe so habe ich sie verstanden so intensiv eingegriffen.

00:07:25: Es gibt auch die Hypothese, die da sagt ja früher, das ist immer so schön.

00:07:29: Früher war alles besser aber früher hatte man mehr, nennt es jetzt mal so Familienverbünde, die dann manches auch stärker aufgefangen haben vielleicht auch soziale Gruppen in Kinderbetreuungseinrichtungen In Schulen, wo auch so das Miteinander vielleicht noch mal ein etwas anderes war.

00:07:53: Wo jemand der vielleicht so ein bisschen auffällig war dann Unterstützung auch zusammen also aus dieser Situation herausbekommen hat und deswegen diese Schritt zu professioneller Hilfe in dem Maße gar nicht erforderlich war.

00:08:05: Also Thema andere Familienstrukturen in der Vergangenheit im Vergleich zur Heute und vielleicht auch andere Strukturen im Miteinander der Kinder- und Jugendlichen.

00:08:14: spielt es irgendeine Rolle oder ist es eine Hypothese, die vielleicht populär ist aber nicht valide.

00:08:23: Doch meine Erfahrung nach spielt das eine große Rolle.

00:08:25: Ich würde, wenn Sie es mir verzeihen ganz kurzen Exkurs in die Soziologie machen.

00:08:29: Es gibt einen Soziologen aus dem Ruhrgebiet der sich intensiv mit Kinderrechten und im Leben von Kindern beschäftigen.

00:08:35: Der Aladin Elma Falani, Kinderminderheit ohne Schutz ist eines der Bücher was er mit herausgegeben hat.

00:08:41: Und da will ich ein Konzept aufgreifen, das glaube ich hilfreich ist für die Betrachtung des Lebens von Kindern Jugendlichen heutzutage Folgen von psychischer Erkrankung, der unterscheidet zwischen Poli- und Monofunktionalen Systeme.

00:08:54: Und sagt halt die Familie ist traditionell ein polifunktionales System.

00:08:59: das heißt für unsere Kinder übernehmen wir als Eltern vielleicht auch als Großeltern Onkel eben mehrere Rollen.

00:09:05: Wir sind dazu hilfreich Gefühle zu verstehen wir sind dafür hilfrecht mit Essen und Kleidungen etc.

00:09:11: zu versorgen Und dann gibt es andere Systeme und die sind zumindest in Deutschland stark monofunktional gedacht.

00:09:19: Das heißt, wenn ich dann eine Bildungseinrichtungen übergehe?

00:09:22: Dann ist der Diskurs in Deutschland aus meiner Sicht sehr davon geprägt, dass man sagt wir machen nur eins Die Kitas während sich dem Vernehmen nach sehr gegen Bildungsaufträge sagen Wir sind Betreuungsstädte.

00:09:32: Wir wollen doch keine keine Bildung machen Leistungsgedanke kommen früh genug.

00:09:36: Die Schulen sagen wir sind Bildung ein Richtung unterrichten Götes aber nicht so sehr Dinge wie Medien oder weitergefasst Lebenskompetenz.

00:09:46: Und das ist der eine Aspekt, dass es quasi diesen Übergang eigentlich der schon erschwertes von diesem polyfunktionalen System in immer stärker geforderte, aber darauf nicht ausgelegte monofunktionale Systeme.

00:09:57: und warum sind die stärker gefordert?

00:10:00: Weil Eltern heutzutage mehr unter Druck stehen, die Quote von Familien wo beide Elternteile erwerbstätig sein müssen wird immer höher.

00:10:09: Das heißt dieses Polyfunktionale der Familie nimmt ab und gleichzeitig gibt es nicht genug Polyfunktionales im System, Schule, Kita etc.

00:10:17: Und das wirkt sich natürlich erheblich drauf aus wenn man sagt eine dieser Funktionen ist eben auch die Begleitung bei mentalen Problemen.

00:10:23: wer soll das tun?

00:10:25: Wenn die Familien es nicht mehr können und die anderen Systeme nicht darauf ausgelegt sind?

00:10:29: ich glaube dass es ein Mitverursacher für das was sie angesprochen haben nämlich die Zunahme der psychischen Erkrankung im Kindesjugend Alter

00:10:35: also sehr interessant und kann man tatsächlich davon sprechen, dass diese Entwicklung das wir dort mehrpsychische Erkrankungen jetzt sehen ein Stück weit auch mit den gesellschaftlichen Entwicklungen zusammenhängt hier die sie da ja auch beschrieben haben.

00:10:49: Ja vielen Dank für dieser Einordnung!

00:10:52: Jetzt wollen wir uns mal etwas... tiefer sozusagen mit ihrem Spezialgebiet auch beschäftigen.

00:10:58: Social Media Such.

00:11:00: Das ist ja auch so ein wunderbares Schlagwort, es wird über Verbote gesprochen.

00:11:03: das ist in aller Munde.

00:11:05: Eltern machen sich Sorgen.

00:11:07: man beobachtet zum Teil ich bin hier viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs dass erstens mal die Abwachsen sowieso nur noch auf ihr Handy gucken.

00:11:14: Es wird sich kaum unterhalten in der S-Bahn oder im Bus.

00:11:18: aber selbst dort wo familiieren unterwegs sind also Familien mit kleinen Kindern sitzen die Eltern da, gucken auf ihr Handy.

00:11:28: Die Kinder erleben das wenn sie nicht selbst sogar schon ein Handy in der Hand haben.

00:11:32: also da hat sich ja massiv etwas verändert und dass das nicht ganz ohne Wirkung bleibt mussten wir alle befürchten.

00:11:39: was sind so ihre Beobachten?

00:11:41: Also wie was ist Social Media Sucht?

00:11:44: wo beginnt wirklich sucht und was bedeutet das dann in der Ausprägung für das betroffene Kind, den Jugendlichen.

00:11:53: Ich freue mich, dass Sie bei der Aufzählung mit den Eltern angefangen haben.

00:11:57: Weil ich die Debatte und das würde ich gern einleitend sagen im Moment insofern manchmal problematischer Lebe als dass es ein bisschen die Fragestellung ist wie stark, wie sehr müssen wollen wir unser Kinder- und Jugendlichen drangsalieren?

00:12:10: Und da aber aus den Augen verlieren, dass es Erwachsene betrifft und nicht nur diejenigen, die große Schwierigkeiten im Leben haben.

00:12:17: vielleicht darf ich anhängtotisch nochmal beginnen.

00:12:23: wo ich promoviert habe und hab an der Kollegin aus meiner Arbeitsgruppe der Pediatrie eigentlich gesehen.

00:12:28: Und wollte sie grüßen, aber ich konnte sie nicht grüssen weil sie gerade auf ihr Handy geschaut hat.

00:12:32: Das ist eine Person von der ich weiß dass die gut im Leben steht und gut funktioniert.

00:12:36: das heißt es betrifft nicht nur einen kleinen Anteil der Bevölkerung sondern sehr viele Menschen.

00:12:42: jetzt würde ich gerne noch mit einleitend weiteren Einleitenden noch was sagen zu dem Social Media Begriff weil ich den nämlich problematisch finde zumindest wenn wir über Abhängigkeit nachdenken.

00:12:54: Wenn wir über Abhängigkeiten nachdenkten, kommen wir hoffentlich noch in der Tiefe dazu was das überhaupt bedeutet.

00:13:00: heißt es genau ist der Begriff aus meiner Sicht irre führen weil er Social Media im Namen hat.

00:13:07: Das heißt die Nutzung von sozialen Medien.

00:13:09: für den Abhängigkeitsaspekt spielt das soziale keine so große Rolle.

00:13:14: aus meiner sicht wenn sich angucken wer hat eine problematische nutzung beschreibt sich das auch bei sich selbst beschreibt es im klinik Alltag sind das die Menschen, die sich ein TikTok-Video nach dem anderen, einen Instagram Real nach dem andern anschauen.

00:13:29: Da ist die soziale Interaktion nicht besonders ausgeprägt und dann einfach ein exzessives Anschauen von Videos.

00:13:36: Und wenn Sie jetzt fragen wie definieren wir denn?

00:13:39: Wann würden wir feststellen dass jemand eine Social Media Abhängigkeit hat?

00:13:44: Dann ist es mittlerweile gängig muss man vielleicht auch noch mal einschränkend relativieren, sagen die Social Media Addiction.

00:13:53: Die finden Sie ganz viel in Fachpublikationen und in Online-Offline Diskussionen.

00:13:59: Es ist kein bisher valide untersuchtes medizinisches Konstrukt und alles was noch nicht fertig untersucht wird von unterschiedlichen Menschen unterschiedlich definiert.

00:14:09: Die wahrscheinlich im Deutschland gängigste Definition stand von den Menschen aus Hamburg der Forschungs Gruppe um Kerstin Paschke, weil die das schon lange erforscht haben vorher mit Rainer Tomasius.

00:14:22: Den Namen kennt man wahrscheinlich auch in dem Zusammenhang und die geben eben jährlich mindestens ehrlich die DRK-Studie raus und untersuchen dieses Verhalten fokussieren sich sehr darauf, dass man für ein Konstrukt was man schon valide genug untersucht hat.

00:14:36: Nämlich die Gaming-Disorder im Deutschen, die Computerspielnutzungsstörung bisschen kompliziert in Deutschland, das man dafür Kriterien gefunden hat nämlich den Kontrollverlust, dass ich Frequenz und Dauer des Spielens oder in dem Fall Social Media nicht mehr kontrollieren kann.

00:14:51: Dass ich eine Priorisierung vornehme vor Leben andere Lebensbereiche und dass ich die Nutzung fortsetze obwohl sich Probleme in meinem Leben eingestellt haben.

00:14:59: Diese drei Kriterien werden dann angewandt, um zu überprüfen ob eine Abhängigkeit vorliegt.

00:15:05: Also Sie haben es ja schon angedeutet wenn also man quasi die Kontrolle über diese Situationen stückweit auch verliert besonders eindrucksvoll fand ich Ihren letzten Hinweis.

00:15:18: Wenn man auf der einen Seite durchaus erkennt dass durch diese übermäßige Nutzung von in dem Fall jetzt Gaming das Probleme im normalen Leben.

00:15:31: Ich will es mal so bezeichnen, entstehen und dennoch kann man nicht aufhören oder will man nicht aufführen?

00:15:38: Dann ist das ja der klassische Fall von Sucht.

00:15:41: also auf der einen Seite habe ich Schwierigkeiten.

00:15:44: Wir kennen das auch beim Thema Alkohol oder Tabak.

00:15:47: Man weiß Es macht krank in dem Falle von Alkohl Es belastet soziale Beziehungen in unfassbarer Weise und trotzdem kann man nicht aufhören.

00:15:57: Und so ein bisschen in die Richtung geht es auch, sehen Sie auch Kinder- und Jugendliche dann in ihrer stationären Betreuung als Arzt im St.

00:16:07: Josephs Krankenhaus?

00:16:08: Die aufgrund der Folgen derartiger Abhängigkeiten bei Ihnen sogar stationär aufgenommen werden müssen also nicht nur in irgendeine Sprechstunde kommen.

00:16:18: Das ist zum Glück die Ausnahme und eine Seltenheit, weil wir uns ja nicht nur Gedanken machen müssen.

00:16:26: Wer sollte auf die Station kommen, wäre es stark zu zweier eingeschränkt.

00:16:28: Sondern auch immer die Frage stellen inwieweit ist die Behandlung, die wir da anbieten können hilfreich?

00:16:33: Ich habe das zu Beginn der Beschäftigung mit dieser Thematik viel häufiger gemacht als ich noch im anderen Krankenhaus war, dass ich gesagt habe so jetzt kommt wie hier wirklich ambulant nicht weiter.

00:16:41: Ich nehme dich mal stationär auf.

00:16:43: Die Schwierigkeit ist, das muss aus meiner Sicht eine ganz bestimmte Funktion erfüllen.

00:16:47: Es kann zum Beispiel die Funktion erfüllen, dass man eine temporäre Absinenz darüber herstellen kann, und es auf der Station meistens sehr viel besser durchsetzbare Mediennutzungsregeln gibt als zu Hause.

00:17:00: Und gleichzeitig habe ich aber festgestellt, dass die Behandlung an sich viel weniger effektiv ist als die in einem tagesklinischen Setting oder auch im ambulanten Setting, weil wenn wir jetzt darüber nachdenken was es da eben eigentlich passiert.

00:17:13: Die intrinsische Kontrolle ist verloren gegangen oder hat sich auch nie ausreichend entwickelt bei einem betroffenen Menschen und wir vollen versuchen über eine Behandlung dieser psychotherapeutisch orientiertes diese Kontrolle wieder herzustellen Und das ist natürlich in dem Kontext schwer möglich, indem diese Kontrolle gar nicht notwendig ist.

00:17:32: Das heißt wir versuchen stationäre Behandlungen so kurz wie möglich zu erhalten.

00:17:35: aber wenn ich kurz auch quasi die Extremfälle erzählen darf.

00:17:40: Es gibt auch Menschen, jugendliche Menschen vor allem, die bis zu fünfzehn Stunden pro Tag mit digitalen Medien verbringen.

00:17:48: das ist meistens dann eine Mischennutzung nicht nur Social Media, sondern von einem etwas und dass wir da dann auch empfehlen, dass wir eine stationäre Behandlung durchführen um einen Puls zu geben der aber dann relativ schnell wieder auf von der Station runter gehen sollte in eine Tagesklinische oder ambulante Behandlungen überführt werden sollte.

00:18:06: Es war wichtig, glaube ich zu dem Zeitpunkt unseres Gespräch schon mal sozusagen darauf hinzuweisen was passieren kann wenn dann am Ende wirklich alle Warnsignale sozusagen übersehen worden sind und die Situation in der Anführungszeichen eskaliert.

00:18:22: Gehen wir einmal an den Anfang.

00:18:24: Wir haben eben über Eltern gesprochen.

00:18:26: Was sollten Eltern tun?

00:18:28: Welche Aufmerksamkeiten sollten sie an den Tag legen, damit es erst überhaupt nicht so weit kommt.

00:18:33: Damit also Sucht vermieden wird.

00:18:37: Es ist ja heutzutage normal dass Kinder ab einem gewissen Alter ein Smartphone besitzen mit dem Sie alle mögliche Dinge machen können.

00:18:45: das ist jetzt nichts Außergewöhnliches da würde man sicherlich jetzt nicht davon sprechen.

00:18:49: das sind schon alles suchtabhängige Kinder und Jugendliche Aber eben sozusagen Medienkompetenz auch durch Eltern zu vermitteln, aufmerksam zu sein.

00:18:59: Gibt es da so ein paar Tipps wo sie sagen würden lieber Eltern?

00:19:04: Achtet darauf stellt vielleicht diese oder jene Regel auf.

00:19:08: das ist kein Allheilmittel aber es ist ein erster Schritt um präventiv tätig zu sein.

00:19:14: Ganz unbedingt, wenn wir vielleicht auch noch zu dem größeren gesellschaftlichen Diskurs, wo es ja auch um Regulationen aber dann auf einer gesellschaftlich oder gesetzlichen Ebene geht.

00:19:23: So gibt's das natürlich auch in einem kleineren Familiensystem Und was ich dort erlebe sind oft, also habe jetzt ein bisschen die Sorge dass sich die Eltern überfordern, indem ich so einen Ideal in den Raumstelle dem man folgen sollte.

00:19:36: Aber ich will trotzdem wie Sie sagen paar Tipps geben.

00:19:38: und der erste und aus meiner Sicht wichtigste Tipp ist beschäftigen sie sich mit dem Kind und dem Medium was das Kind nutzt und versuchen sie die Funktion zu erfassen.

00:19:49: Die ist nämlich hoch unterschiedlich.

00:19:50: es gibt Menschen die wollen sich einfach nur ablenken durch die Nutzung von ihrem Digit... Es gibt tatsächlich Menschen, die wollen mit anderen in Kontakt sein.

00:19:59: Es gibt Menschen, sie wollen sich selbst darüber aufwerten indem Sie zum Beispiel als Person darstellen bei Social Media oder auch indem Sie bestimmte herausfordernde Spielinhalte meistern und darüber einen Selbstwertboost erhalten.

00:20:14: was ich erlebe ist dass sich Eltern sehr viele Gedanken über folgende Fragen machen Wann kriegt mein Kind das erste Handy?

00:20:20: Wie viel Nutzungszeit sollt es machen, was Eltern aus meiner Sicht zu wenig machen und sich die Frage stellen.

00:20:26: Was tut es da genau online?

00:20:28: Was macht das mit meinem Kind, wie geht es ihm

00:20:31: damit?".

00:20:31: Und

00:20:32: d.h.,

00:20:33: wenn ich einen Elternteil anleiten würde, würde ich immer sagen bitte gucken Sie, dass sie mehr auf die Inhalte und ein bisschen weniger auf die Form schauen.

00:20:40: Weil ich glaube, wenn Sie bezüglich der Medieninhalte gut anleiden wird es auch gelingen, dass die Form gut gelingt.

00:20:48: Bei dem Medienpädagogik und der Regulatorik durch Eltern erlebe ich die große Schwierigkeit als Eltern, ich inkludiere mich da einmal.

00:20:57: Auch Menschen sind auch Menschen mit Gefühlen und Impulsen und dass Medienpädagogisches Verhalten bei Eltern oft sehr volatil ist.

00:21:05: und in einem Moment sagen die so jetzt... Geht gar nichts mehr.

00:21:09: Jetzt hast du irgendwie zwei Stunden nicht auf mich gehört, dass du dein Handy ausschalten sollst?

00:21:13: Jetzt nehme ich es dir weg und dann am nächsten Tag sagen sie ja jetzt ist wieder gut, jetzt reguliere ich's gar nicht.

00:21:18: das heißt die haben gesagt sollte man Regeln aufstellen?

00:21:21: Ja unbedingt je jünger die Kinder sind desto notwendiger ist es Medienpädagogisch zu arbeiten als elternteilen Regel aufzustellen Und diese aber auch sowohl vom Kind ... über einen gewissen und vereinbarten Zeitraum befolgen zu lassen, als auch von einem selbst bei den... ... guten medienpädagogischen Websites.

00:21:41: Diese Online-Finder gehört zum Beispiel Schau hin, Punkt Info schaue hin was dein Kind mit Medien macht dazu.

00:21:46: Da gibt es online so Musterverträge, Mediennutzungsverträge.

00:21:50: Zwischen

00:21:50: Eltern und Kinder?

00:21:51: Genau zwischen Eltern und Kindern sind natürlich nicht formal gültig.

00:21:55: man kann niemanden verklagen wenn jemand dagegen verstößt aber die sind hilfreich weil das eben eine Verbindlichkeit reinbringt und das kann man sehr empfehlen denn und das möchte ich auch sagen.

00:22:05: werden sich manche Eltern gegen Wehren tun sie auch, wenn sie dann bei mir in der Sprechstunde sind.

00:22:09: Je jünger das Kind ist, desto größere Bauchschmerzen habe ich als Mediziner, Kinder- und Jugendpsychiatra eine Medienabhängigkeit zu diagnostizieren weil das ja impliziert dass das Kind, das junge Kind die Kontrollfunktion haben sollte die Mediennutzung selbst zu kontrollieren.

00:22:26: und wenn man jetzt entwicklungspsychologisch sich die das anschaut wie sich ein Kind normalerweise entwickelt, entwickelt sich diese Kompetenz erst im Lauf der Kindheit und Jugend.

00:22:36: Und wenn man dann sagt, ein zehnjähriger ist Medienabhängig, das finde ich schon sehr weit gedacht weil dass ja auch die Verantwortung in mehr Wärmus etwas ändern, sehr in Richtung des Kindes lenkt.

00:22:46: Ich würde sagen bei einem zehnjährigen der viel zu viel Medien nutzt, würde ich die Eltern stärker eine Verantwortung nehmen als im Vergleich zum fünfzehnjährigen wo man erzieherisch ohnehin nicht mehr viel machen kann und sollte.

00:22:58: Also die These, die manchmal auch vertreten wird.

00:23:00: Wenn ich etwas verbiete als Eltern, dann wird es ja noch interessanter.

00:23:05: Der würden Sie widersprechen und ich habe sie aber auch so verstanden.

00:23:08: Es geht nicht um reine Verbote sondern es geht um Regeln aufzustellen Und zwar nicht nur explizit was möglicherweise die Nutzungszeit angeht Sondern auch Regeln anzustellen über Inhalte, die genutzt werden können zu bestimmten Zeitpunkten wie man das früher auch gemacht hat, dass Kinder nicht jedes Fernsehprogramm oder zu jeder Tages- und Nachtzeit geschaut haben.

00:23:32: Sondern, dass Eltern da ein Stück weit auch einen Blick drauf hatten.

00:23:37: Und – auch das habe ich verstanden -, dass man darüber auch kommuniziert, dass man sich also als Eltern erklärt, warum bestimmte Nutzungen nicht adäquat sind in dem Alter, in dem ein Kind ist und damit die Kinder das entsprechend mitnehmen können.

00:23:56: Kinder, die stärker reguliert werden.

00:23:59: Ich bleibe mal bei diesem Begriff an dieser Stelle erleiden sie in ihrer Peer Group in der Gruppe, in der Sie sich befinden in der Schule vielleicht dann auch sozusagen negative Zuschreibungen so nach dem Motto ja was mit dir los man erreicht dich ja gar nicht oder ähnliches.

00:24:18: Ist das auch ein Thema?

00:24:19: Wir haben über Schule noch nicht in dem Maße gesprochen.

00:24:21: Also hat Schule am Ende auch noch eine Funktion oder ist es Ihnen nur die Bildungseinrichtungen monofunktional, wie Sie das vorhin glaube ich definiert haben?

00:24:32: Ich denke, dass viele Probleme die Jugendlichen mit sozialer Exklusion haben was mit Schule zu tun haben.

00:24:40: Ich hatte auch wieder anekdotisch, ich hoffe das ist in Ordnung, dass sich aus einem bisschen aus meiner quasi alle Grenze...

00:24:46: Das verstehen wir unsere Zuhörern und Zuhöre, das glaube ich sehr gut wenn sie da ein paar Beispiele ...

00:24:55: Ich mache es auch explizit, dass das quasi aus dem Grenzbereich meines Privats und meines Fachlebens ist.

00:24:59: Weil mich tatsächlich in diesem Fall eine befreundete Familie oder die Mutter im Rat gefragt hat.

00:25:04: Es gibt bestimmte Spiele von der sie wusste, dass ich die als problematisch ansehe.

00:25:09: Eins davon heißt Brawl Stars ein Spiel was sehr klar als Zielgruppe Kinder adressiert obwohl sehr problematische Mechanismen dran drin sind den großen Spieldruck ausüben.

00:25:21: Und das Dilemma Dann hatte war eben, dass alle in der Klasse Brawl Stars gespielt haben und sie von mir wusste.

00:25:29: Und ich habe ihr gesagt Ich kann dir die Entscheidung auch nicht abnehmen aber ich kann dich darüber aufklären was die Gefahren sind die dafür für einige Drohnen dir die einmal transparent zu schildern?

00:25:38: Und dann hat sie sich dazu entschieden ihrem damals dreizehnjährigen Sohn das Spiel zu verbieten.

00:25:44: und dass hatte für den erheblicher Auswirkungen auf das Schulleben, weil dann alle in der Pause auf der Handyinsel, die es mittlerweile nicht mehr gibt an dieser Schule gegangen sind.

00:25:54: Und Brawl Stars gespielt haben und er eben nicht mitreden konnte und durfte und ist als absolute Ungerechtigkeit empfunden hat.

00:26:01: Beide Perspektiven kann man gut verstehen und zeigt halt was für ein Dilemma da man da ist als Elternteil.

00:26:06: Ich will aber auch einmal schon, weil Sie das Thema Schule angesprochen haben.

00:26:12: Ich glaube, wir stellen uns ganz oft die Frage... Warum sollten wir bestimmte Dinge regulieren oder auch verbieten?

00:26:21: Wir sollten uns, und das ist eine wichtige Frage.

00:26:23: Ich will die nicht ausklammern.

00:26:24: Aber wir sollten uns auffragen, warum sollten wir sie erlauben in Bezug auf Schule?

00:26:31: Da gibt es eine Verhältnismäßigkeit zwischen den beiden Fragen.

00:26:34: Je geringer die Antwort gibt, da gibt es gute Gründe zu erlaubenen, desto schwächer dürfen auch die Argumente sein, warum sollte man es verbieten?

00:26:45: Also das Argument, was so oft angeführt wird auch von Jugendlichen selbst ist eben Social Media Nutzung, Smartphone Nutzungen bedeutet soziale Teilhabe in Kontakt sein mit anderen.

00:26:55: In der Schule habe ich einen Sozialraum, auch in sich funktionierenden Sozialrahmen.

00:26:59: Das heißt, da gibt es für mich viel weniger Grund die digitale Teilhabe zu erlauben als im übrigen Leben wo ich das problematisch finde und auch erlebe.

00:27:09: wenn Eltern quasi zum Beispiel sagen sehr medienkritische Eltern Ich verbiete meinem bis ins hohe Jugendalter, verbiete ich dir dass der ein Smartphone bekommt.

00:27:17: Es bedeutet eine erhebliche soziale Exklusion weil dann vielen Chatgruppen nicht drin ist.

00:27:22: In der Schule braucht sie diese Chatgruppe nicht drinnen.

00:27:24: Und wenn man jetzt wieder auf die Wissenschaft untersuchende Seite wechseln.

00:27:28: Es gibt gute Ergebnisse, dass sich Schulklima etc.

00:27:31: Lernerfolg sehr stark verbessert wenn es relativ in dem Fall sogar rigorose Regulatorien gibt an Schulen zu Nichtsmartphone-Nutzung und auch das Veranhalten nach Möglichkeit ganz aus der Schule oder Handyboxen was auch immer.

00:27:47: Lassen Sie uns noch mal ein paar Beispiele kommen die unseren Zuhörern beschreiben zu welchen gravierenden Konsequenzen für Kinder und Jugendliche vielleicht bis ins Erwachsenenalter hinein entstehen können, wenn diese Sucht tatsächlich sich manifestiert.

00:28:09: Und es nicht gelingt an Stoppschild zu setzen aufzuhalten sie zu behandeln.

00:28:16: also was für krasse Situation erleben Sie da und wie schwierig wird es dann, selbst mit professioneller Hilfe diese Suchterkrankung wieder in den Griff zu bekommen?

00:28:29: Ich erlebe tatsächlich Biografien, an denen man gut ablesen kann dass die in soziale Teilhabe Armut und auch in psychische Erkrankungen mit Folgeerkrankung.

00:28:42: Auch wenn der auslösende Grund dafür dann die ursprüngliche Mediennutzung wäre.

00:28:46: ich mache es ein bisschen plastischer auf wieder eine Hand eines Beispiels.

00:28:49: Ich habe einen Jugendlichen behandelt, der sehr viel Zeit am Computer am Handy verbracht hat und der dazu viel Entstreitigkeit mit seiner Mutter geraten ist.

00:28:59: Er hatte dann einen kleinen Stiefbruder in Säuglingen.

00:29:02: und so viel zum Thema.

00:29:04: was für krasse Situationen habe ich erlebt.

00:29:05: In einer der Vorstellungstermine berichtete die Familie, dass der Junge immer wieder nachts aufgestanden sei den Säuchling geweckt hat sodass er anfing zu schreien um von den Eltern zu erwirken das sie den Router wieder anschließen also die Möglichkeit ins Internet zu gehen weil es nicht ausgehalten hat.

00:29:22: Und jetzt würde man denken okay wenn man psychiatrisch übernacht denkt psychologischer ist halt ein Psychopath seine Wünsche durchzusetzen, aber es war überhaupt nicht so.

00:29:31: Es war ein sehr empathischer Mensch mit dem man in diesem Termin, den ich dann gemeinsam mit ihm gehabt habe auch relativ differenziert und auch mit einer Perspektivübernahme sprechen konnte.

00:29:40: Aber in dieser Situation hat er diese Fähigkeit verloren sehr wichtig zu betrachten und auch darzustellen, wie krankheitswertig das Ganze ist.

00:29:49: Und was wir dann regelhaft erleben bei den Menschen die so eine exzessive Mediennutzung haben dass eben auch sekundär sowohl physische als auch psychische Probleme entstehen.

00:29:58: man kann sich das gut vorstellen.

00:30:00: in Bezug auf die physischen Probleme hat es oft etwas mit Bewegungsarmut zu tun und auch mit einer mit einer sehr ungesunden Ernährung.

00:30:07: da gibt's ein bisschen die zwei Extreme.

00:30:09: ich habe viele übergewichtige stark übergewichtig Jugendliche behandelt, aber fast noch häufiger und das würde man gar nicht denken stark untergewichtige.

00:30:17: Das heißt die nutzen so viel Medien dass sie Manchmal die Körperhygiene, aber vor allem auch die Versorgung mit Nährstoffen des Körpers vernachlässigen und das eben nicht mehr tun.

00:30:29: Das sind erhebliche Folgen und was wir fast regelhaft erleben bei so längeren Verläufen von exzessiver Mediennutzung, Medienabhängigkeit, sind Depressionen und Angsterkrankungen, die sich dann sekundär daraus entwickeln.

00:30:42: Umgekehrt gibt es natürlich auch.

00:30:43: wenn ich depressiv bin und die ganze Zeit zu Hause verbringe muss sich meine Zeit auch in diesem depressiven Zustand irgendwie füllen.

00:30:50: Und da ist es naheliegend, dass ich das mit etwas mache was mich irgendwie berieselt und von meinem sehr unangenehmen aversiv erlebten Zustand auch

00:30:57: ablenkt.".

00:30:59: Jetzt haben wir ja intensiv über die Betroffenen gesprochen.

00:31:03: Die Frage ist wie groß ist eigentlich die Betroffene?

00:31:07: Gibt es Zahlen darüber wie viel Prozent eines Jahrgangs vielleicht gefährdet sind oder sogar schon als suchtabhängig zu definieren sind, kann man das in etwa fassen?

00:31:19: Gibt es da Studien darüber in Deutschland oder für Deutschland?

00:31:23: Genau.

00:31:23: Also die traditionsreichste Studie ist die von der DHK vom UKE Hamburg, vom Deutschen Zentrum Versuchtfragen des Kindes- und Jugendalters, die das auch um Corona immer wieder erfasst hat.

00:31:34: und dass jetzt die neueste Studie veröffentlicht worden ist spricht im Bereich von Social Media von einer Gruppe von sechs Prozent der zehn bis siebzehn Jährigen, die da befragt worden sind oder wo die Familien befragt wurden.

00:31:45: Ich glaube bei ungefähr tausend Familien, die insgesamt befragt wurden sind also repräsentativ.

00:31:50: Und da sind das sechs Prozent eine pathologische Social Media Nutzung hatten.

00:31:54: und jetzt kommt aber der eigentlich relevantere Teil nochmal für die gesamte gesellschaftliche Betrachtung.

00:32:00: mehr als zwanzig Prozent geben an, dass sie quasi noch subklinisch also ohne die Kriterien von Abhängigkeit nach diesem Erfassungsinstrument zu erfüllen.

00:32:09: Aber ein gefährdendes Nutzungsmuster haben.

00:32:13: Ich glaube, worauf wir uns relativ einig sind ist das Social Media-Nutzung, Irgendein und da kann man fachlich ganz lange und intensiv darüber streiten, wie groß denn der Einfluss ist.

00:32:25: Aber dass es einen erheblichen Einfluß gibt auf psychische Gesundheit von jungen Menschen – ich nehme mal nicht nur die Kinder und Jugendliche – sich die Fachwelt eigentlich ziemlich einig.

00:32:33: Und das hat ja nicht nur den Grund, dass die direkte Nutzung von Social Media sich darauf auswirkt sondern auch – und das wird immer wieder vergessen – eine ersetzende Funktion für Tätigkeiten, die früher psychisch gesundheitsfördernd waren, ausgeübt worden, also wie ich in den Achtziger und Neunziger Jahren mich mit meinem Freund nach der Schule noch auf dem Schulgelände aufgehalten habe um Tischtennis zu spielen.

00:32:59: Das ist weniger üblich geworden kann man vielleicht so sagen und wird ersetzt durch digitale Medien.

00:33:03: und dass dieses wegbleiben von eigentlich gesundheitsfördernden Verhaltensweisen auch einen Einfluss hat das sicherlich sehr naheliegend.

00:33:12: Also das sind schon beeindruckende und besorgniserregende Zahlen, die Sie da nennen.

00:33:18: Und sagen wir die Älteren unter uns – ich selbst bin ja auch Kind der siebziger Jahre.

00:33:26: Wir kannten das ja alles so gar nicht, gab es ja alles nicht!

00:33:30: Als Eltern oder Großeltern fragt man sich... Ja, wie kommt denn diese Generation dann damit zurecht?

00:33:37: Sie haben das gesagt.

00:33:38: Zum Teil werden soziale Kontakte ersetzt oder die fallen weg.

00:33:42: da ist gar keine Zeit mehr dazu.

00:33:44: man hat es auch kann ich mir normal dass man das einübt.

00:33:47: früher hat man sich irgendwo getroffen und miteinander irgendwas unternommen.

00:33:52: Da musste man noch nicht mal telefonieren um sich zu verabreden Es war halt einfach so.

00:33:57: aber Man muss natürlich immer aufpassen, dann sich die Frage zu stellen.

00:34:02: Ist denn früher immer alles besser gewesen und kann man damit heute nicht klarkommen?

00:34:05: Aber ich will noch mal auf den Punkt kommen.

00:34:08: Sie haben eben so einmal über die Inhalte gesprochen.

00:34:10: jetzt gibt es ja auch die Situation dass man nicht nur spielt mit dem Handy oder sich in Chatgruppen irgendwie austauscht sondern sie haben diese Videos angesprochen.

00:34:22: Es gibt viele Menschen die sich selbst darstellen ihr eigenes Leben darstellen die ein Stück weit Vorbilder sind Roll-Models für andere, dass sich dann vielleicht anschauen sagen, was ist das für eine tolle Situation und man misst sich daran.

00:34:38: Also die Frage ist ja wie haben diese Inhalte sehr beschönigend eine Situation darstellen, immer nur die tollsten Bilder gepostet.

00:34:49: Das Schwierige was man auch erlebt bei Influencern wenn man die dann mal so nennt das kommt ja gar nicht vor.

00:34:55: also was hat dass für ne Auswirkung auf diejenigen die sich das anschauen und die vielleicht auch danach streben.

00:35:02: so will ich auch sein.

00:35:03: es ist für mich irgendein Vorbild.

00:35:06: erleben sie da in ihrer Arbeit genau auch diese Auswirkungen dieser Nutzung.

00:35:14: Ich würde noch mal allgemein anfangen, wenn wir uns vorstellen würden.

00:35:18: Wir würden uns nur in Kreisen bewegen, wo nur die Top-Athletinnen und die besten Ärzte in der Welt sind.

00:35:25: Es gibt keine anderen Menschen, weil wir sie gar nicht sehen.

00:35:27: Weil wir nur die dargestellt bekommen, die besonders toll sind.

00:35:30: Wenn man so eine Welt uns bewegen müssten, dann würden wir wahrscheinlich sagen, oh, wir sind ja gar nicht so toll!

00:35:36: Es wäre sehr viel schwieriger, die eigenen Qualitäten auch zu schätzen.

00:35:41: Bild, was da dargestellt wird und es wäre jetzt die Analogie zu dem, was wir im digitalen Raum erleben.

00:35:46: Das ist ja auch ein Stück weit Fake.

00:35:48: also die Menschen, die man dann mal kennenlernt, die auch als Influencer in den Arbeiten sagen das relativ offen dass sie eine bestimmte Seite von sich darstellt, die natürlich auch geschönt ist.

00:35:59: Ein Bereich wo es besonders problematisch ist, wo ich das eben auch schon häufiger erlebt habe, dass es einer der Hauptbelastungsfaktoren war, ist in der Entstehung und vor allem aber auch Aufrechterhaltung hat man Jugendliche behandelt, bei der es nur möglich war die Behandlung dann relativ erfolgreich abzuschließen.

00:36:17: Weil wir therapeutische Arbeiten konnten dass sie quasi diese die Social Media Apps die ich auf meinem Handy hatte einfach löschen musste weil das ja auch das schwierige ist.

00:36:28: wenn ich einmal angefangen habe mich mit bestimmten Inhalten auf einem auf einem Social-Media Kanal zu beschäftigen dann wird mir das immer wieder reingegeben.

00:36:36: und wenn ich mich jetzt dort ganz viel mit gesunder Ernährung beschäftige und eben mit der Darstellung von sehr schlanken einem ideal, einem vorgestellten Ideal entsprechenden Körperbildern.

00:36:46: Dann hat das Auswirkungen darauf wie ich meinen eigenen Körper wahrnehme und es kann Essstörung zum Beispiel mehrheblichen Maße befördern?

00:36:55: Jetzt wird ja darüber diskutiert dass sich nicht nur die Eltern da intensiver kümmern müssen sondern dass man tatsächlich gesellschaftlich die Nutzung von Social Media Möglichkeiten reguliert, also Stichwort Verbote.

00:37:10: Da werden auch andere Länder angeführt.

00:37:13: Wie beurteilen Sie diese Debatte?

00:37:16: Welche Chancen sehen sie da und wie hat man tatsächlich oder welche Erfahrungen hat man vielleicht schon in anderen Ländern gemacht?

00:37:26: Also die Debatte, bei der habe ich ein bisschen Bauchschmerzen.

00:37:30: Ich glaube was bei mir da aufstößt dass sich mich für einen relativ liberalen Menschen halte wo das jetzt stückweit erst mal Wesensfern ist über Verbot und Regulatorien zu arbeiten.

00:37:40: und gleichzeitig würde ich denken wenn Vorträge zu dem Thema mache, zeige ich immer eine Grafik in welchen Zeitraum die Smartphone-Nutzung unter zwölf bis siebzehnjährigen zugenommen hat.

00:37:50: Nämlich innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums der nur zwei oder drei Jahre umfasste von fast niemandem ein Smartphone zu aller haben einen Smartphone und das weil das so eine schnelle Entwicklung ist.

00:38:00: vielen Die Anpassungsmechanismen, die es ja an viele gesellschaftliche Entwicklungen natürlicherweise entstehen.

00:38:08: Die haben halt keine Zeit um sich zu entwickeln und deshalb sind wir da glaube ich ziemlich im Ins Hintertreffen geraten.

00:38:13: Ich glaube, je höher die Medienkompetenz ist – die gesamtgesellschaftliche Medienkompatenz -, desto weniger regulatorik und verbote braucht es.

00:38:24: Und gleichzeitig haben wir gerade nicht aus meiner Sicht nicht die gesellschaftlichen Ressourcen, egal wo man hin zeigt, zeigen die Institutionen aufeinander.

00:38:32: wer das jetzt regeln sollte?

00:38:33: Ich glaube wir haben keine gesellschaftlich ressourcen um zu sagen Wir machen uns alle innerhalb kürzester Zeit Medien kompetent.

00:38:39: Wenn wir sagen wir wollen die Auswirkung relativ gering halten dann braucht es eine Form von Regulatorik.

00:38:46: Und ich will noch einen weiteren Punkt anbringen, warum ich das für notwendig halte auch im Sinne einer Betrachtung von sozialer Inklusion.

00:38:54: und Exclusion werden ja vorhin über das Beispiel gesprochen dass jemand der nicht am digitalen Raum teilhaben kann, dass er sich ausgeschlossen fühlt.

00:39:03: wenn man aber sagt man schließt ein digitales Raum für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe zum Beispiel nach einem gewissen Alter öffnen sich für diese Altersgruppe wahrscheinlich auch wieder andere sozialer Räume, die geschlossen bleiben.

00:39:17: um weniger abstrakt zu sein an der Schule meines Sohnes in Weidmannslust.

00:39:23: Nachdem sie abgeschafft haben dass die Kinder ihre Handys in den Pausen nutzen dürfen spielen die plötzlich wieder Fußball und das hat aber vorher nicht stattgefunden.

00:39:31: so wäre eben die Hoffnung dass wenn man das etwas stärker reguliert was total schwierig ist aus meiner Sicht auf einer technischen Ebene umzusetzen regulierenden Ebene.

00:39:42: Aber wenn das gelingen würde, so wäre die Hoffnung, dass sich dann auch wieder im nicht digitalen Raum Sozialräume ergeben würden, die für Kinder und Jugendliche attraktiv

00:39:51: sind.".

00:39:52: Sie haben jetzt das Beispiel Ihres Sohnes angesprochen.

00:39:55: Vielen Dank dafür!

00:39:57: Die Frage, die sich da stellt ist es jetzt beispielsweise in diesem ganz konkreten Fall wo die Schule gesagt hat ab sofort keine Handynutzung in der Pause mehr?

00:40:07: waren das umfassende Debatten, in die sich dann vielleicht auch Eltern pro und kontra eingebracht haben?

00:40:13: oder ist es da gelungen sehr schnell eine breite Akzeptanz zu bekommen so dass es tatsächlich auch angenommen wird.

00:40:21: Und nicht man dann doch vielleicht verschämt sein Handy aus der Tasche zieht irgendwelchen Ecken steht, um doch nochmal ein TikTok-Video zu schauen.

00:40:32: Das wird es auch geben aber im Gesamten können wir glaube ich sagen dass wir Arroganzen erwachsen.

00:40:37: in dem Fall zeigt man so ein Stück weit unsere Jugend unterschätzen wenn man sich Studien dazu anguckt.

00:40:42: wie groß ist die Akzeptanz solchen auch regulierenden Maßnahmen?

00:40:46: Wie groß ist der Einsicht daran das die Nutzung von Social Media auch zu psychischen und anderen Problemen führt?

00:40:53: Ist es viel größer als man denkt?

00:40:55: Was ich die Jugendlichen wünschen und das machen mittlerweile Menschen, wie zum Beispiel ich habe neulich jemanden kennengelernt aus dem Landesschülerausschuss.

00:41:03: Die sagen wir tragen das alles mit Wir brauchen halt nur die Debatte dazu.

00:41:07: Wir wollen mit einbezogen werden.

00:41:09: Wir haben dieses Schlagwort Partizipation wirklich ernst meint und mit einzubeziehen.

00:41:15: Und dass was man hört aus den Aushandlungsprozessen Das geht oft gut zwischen der Lehrerschaft in der Schülerschaft.

00:41:21: Er problematische Gruppe dieser Debatte sind eher die Eltern, die dann da quer schießen.

00:41:25: Aber es gibt wirklich mehr und mehr Beispiele in Berlin wo das gut gelingt.

00:41:29: Letztes Jahr wurde letztes oder vorletzter auch medial aufbereitet dass es in Irland eine Kleinstadt gab ich weiß nicht ob sie es in Medien gehört haben, wo sich die Elternschaft der ganzen Kleinstatt darauf verständigt hat, dass sie eben den Kindern keine Smartphones zur Verfügung stellt bis zum gewissen Alter.

00:41:45: Da haben die auf einer kleinen Community-Ebenen ein Problem gelöst was wir großen Ebene auch haben.

00:41:52: Aber das Beispiel, was Sie aus der Schule berichtet haben, glaube ich leuchtet sehr gut ein wenn dann dort diese Diskussion stattfindet und diese Diskussionen auf Augenhöhe zwischen Lehrern, Schülern stattfindete und man einen Aushandungsprozess hat, hat es ja nicht nur dieses unmittelbare Ergebnis, dass vielleicht tatsächlich in der Pause die Smartphones nicht mehr benutzt werden sondern es erzeugt ein Bewusstsein über diesen Umstand.

00:42:22: Und das hat ja dann einen darüber hinausgehenden Wert, insofern ganz wichtiger Aspekt.

00:42:28: Jetzt komme ich nochmal zu ihrem Sohn zurück.

00:42:30: Wie haben Sie es denn gemacht als ganz konkret?

00:42:33: Wenn ich die Frage stellen darf was Handynutzung angeht ab welchem Alter durfte er denn tatsächlich dann das Handy nutzen und wie gut ist Ihnen das gelungen?

00:42:45: Ja, in dem Fall würde ich jetzt einmal die Verantwortung und die Kompetenz auf meinen Sohn schieben.

00:42:49: Also es ist sehr gut gelungen aus meiner Sicht und ich glaube aber dass meine Frau und ich da relativ wenig darauf eingewirkt haben in diesem Sonderfall.

00:42:57: Und zwar haben wir das einigermaßen wenig reguliert.

00:43:00: Wir haben uns das am Anfang fair angeschaut.

00:43:02: auch habe ich irgendwann vergessen viele... Ab welchem

00:43:06: Alter durfte er sein eigenes Smartphone besitzen?

00:43:08: Ab der fünften Klasse durfte ... also wir haben's nicht am Alter festgemacht sondern an der Klasse ein eigenes Smartphone haben.

00:43:15: Und wir haben das am Anfang uns sehr genau einfach mit ihm zusammen angeschaut, viel darüber gesprochen.

00:43:20: Wir haben es auch mit seinem PC gemacht.

00:43:22: Sie haben vorhin ja noch nach Tipps für Eltern gefragt.

00:43:24: da habe ich eben auch einen Aspekt vergessen dass wir vieles noch versuchen auf einer analogen Ebene zu lösen was sich technisch heute viel besser lösen lässt.

00:43:32: Smartphones Spielekonsolen und auch PCs lassen sich heute so einstellen dass es sogenannte Kinder-Account gibt die wir von einem Eltern Account entweder begrenzen können oder auch einfach nur uns angucken können.

00:43:43: Welche Inhalte werden wir viel genutzt?

00:43:45: All das muss man mit seinem Kind aus meiner Sicht absprechen.

00:43:48: Aber da sind es Möglichkeiten, die nicht außerachgelassen werden sollten und aber nochmal auf meinen Sohn sprechen zu kommen.

00:43:55: Da haben wir deshalb so wenig reguliert weil wir relativ schnell gemerkt haben dass das für ihn möglich ist damit umzugehen und wenn es jetzt anders gewesen wäre hätten wir auch darauf reagieren sollen.

00:44:06: und das ist auch das Schwierige glaube ich in so einer Debatte zu Altersschwelle zum Maßnahmen, dass Kinder dann doch sehr unterschiedlich sind.

00:44:15: Und bei unserem jungeren Sohn bin ich noch gespannt wie das dann werden wird.

00:44:19: Der ist nämlich vom Charakter ganz unterschiedlich und ich hoffe, dass es uns genauso gut gelingt.

00:44:22: Meine Vermutung ist aber, dass wir das mit anderen Elternverhalten mitbegleiten und lösen müssen.

00:44:30: Das ist etwas was natürlich schwieriger zu vermitteln ist auch in medienpädagogischen Ratgebern wo dann sowas drin steht wie zehn Minuten pro Lebensalter pro an Mediennutzung.

00:44:42: So pauschal kann man es dann doch nicht sagen, weil die Kinder dafür so individuell sind, wovon sie profitieren oder was vielleicht eine zu große Belastung ist?

00:44:50: Herr Florak wir sind praktisch am Ende unseres Gesprächs.

00:44:53: erstmal vielen Dank.

00:44:54: für eine abschließende Frage habe ich noch.

00:44:56: jetzt haben wir glaube ich schon in dem Gespräch doch viel Problembewusstsein auch erzeugt.

00:45:02: wenn ich mich als Elternteil frage ja kann das natürlich alles googeln und suchen.

00:45:07: Gibt es auch konkrete Anlaufstellen, an die man sich wenden kann?

00:45:11: Wo man sagen kann ich habe hier die Vermutung dass mit meinem Kind mit dem Jugendlichen vielleicht einen Punkt erreicht ist wo man schon von Sucht spricht.

00:45:21: Ich bin vielleicht auch ratlos.

00:45:23: an der einen oder anderen Stelle gibt's da Möglichkeiten an die Man Sich wenden Kann Hier in Berlin aber auch darüber hinaus.

00:45:30: Das Ist ja dann auch überregional.

00:45:32: kein Problem

00:45:34: Genau, das sollte man aus meiner Sicht tun.

00:45:36: und in der Psychiatrie gibt es ja immer häufig oder gibt schon ganz lange den Begriff des Stepcares.

00:45:41: Also ist nicht immer diejenigen haben wir ganz zu Anfang auch darüber gesprochen dass alle immer alles an Versorgung bekommen sollten und man sollte das tatsächlich gestuft machen.

00:45:49: wenn man eher einen medienpädagogischen Beratungsbedarf hat gibt zum einonline sehr viele Möglichkeiten sich informieren zu informieren.

00:45:56: Es gibt oft digitale Elternabende die angeboten werden.

00:46:01: Wenn ich jetzt aber das ist eher dann mein Bereich denke bei meinem Kind wirklich schon eine Abhängigkeit vorliegen könnte oder zumindest einen Verhalten, was mir große Sorgen macht.

00:46:08: Dann ist es sicherlich sinnvoll sich auch spezifisch beraten zu lassen.

00:46:11: und weil sie das überregionale angesprochen haben.

00:46:14: Es gibt ein Fachverband Medienabhängigkeit wo ich auf der Homepage eine interaktive Karte aufrufen kann und schauen kann, was gibt's für Beratungs- und Behandlungsstätten in der unmittelbaren Wohnortumgebung?

00:46:27: Ja, ganz herzlichen Dank Herr Dr.

00:46:29: Florak für dieses wirklich interessante Gespräch, für die vielen Tipps, die Sie auch geben konnten und ja ich freue mich dass wir da glaube ich einen konstruktiven Beitrag zu einem nicht ganz einfachen Thema geleistet haben.

00:46:43: Danke schön!

00:46:44: Vielen Dank Ihnen für das tolle Gespräch.

Über diesen Podcast

Wir sprechen mit Gästen aus Politik, Selbstverwaltung und Wissenschaft über Themen aus Gesundheitspolitik und Versorgung, ausführlich, konstruktiv, kontrovers aber auch spannend und praxisnah.

von und mit DKG e.V.

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